Der Schweizer Weihbischof Marian Eleganti übt scharfe Kritik am Umgang des Vatikans mit traditionsverbundenen Katholiken. Anlass ist die Zugangssperre für die Teilnehmer der Wallfahrt „Ad Petri Sedem“ zum Petersdom am 24. Oktober. Für Eleganti offenbart der Vorfall die Widersprüche einer Kirche, die unablässig von Offenheit und Inklusion spricht, ausgerechnet ihre traditionsverbundenen Gläubigen aber ausgrenzt.
In einer am 30. Oktober veröffentlichten Stellungnahme unter dem Titel „Der Vatikan macht eine schlechte Figur“ findet der emeritierte Weihbischof ungewöhnlich deutliche Worte. Die Behandlung der papsttreuen Pilger grenze an Feindseligkeit und lasse sich weder mit der Sorge um die kirchliche Einheit noch mit organisatorischen Schwierigkeiten rechtfertigen. Besonders befremdlich sei dies angesichts der Tatsache, dass die verschiedenen Riten der katholischen Ostkirchen selbstverständlich ihren Platz innerhalb der Universalkirche hätten.
Eleganti spricht ausdrücklich von „synodaler Heuchelei“. Die vielbeschworene Inklusivität gelte offenbar nur für diejenigen, die den Vorstellungen bestimmter kirchlicher Kreise entsprächen. Das päpstliche „Todos, todos, todos“ bedeute in der Praxis eben keineswegs alle. Dabei gehörten die Pilger ausdrücklich nicht zur Piusbruderschaft, sondern seien romtreue Katholiken.
Seine Kritik geht jedoch weit über den konkreten Vorfall hinaus. Eleganti sieht in der gegenwärtigen Synodalität zunehmend den Versuch einer nachträglichen Protestantisierung der katholischen Kirche. Während unzählige Gesprächsrunden und Kommissionen tagten, gerieten die Verkündigung Christi, die überlieferte Glaubenslehre und der missionarische Auftrag der Kirche in den Hintergrund. Auch die wachsende Hinwendung junger Menschen zur Tradition werde in Rom nicht ernsthaft als Zeichen der Zeit wahrgenommen.
Besonders eindringlich erinnert der Benediktiner an die Erklärung Dominus Iesus aus dem Jahr 2000 und die Einzigartigkeit Jesu Christi als Erlöser der Welt. Nicht endlose Strukturdebatten, sondern die Rückbesinnung auf Christus müsse im Mittelpunkt kirchlichen Handelns stehen.
Mit seiner Stellungnahme gibt Eleganti einer Kritik Ausdruck, die unter traditionsverbundenen Katholiken seit Jahren wächst: Wie glaubwürdig ist eine kirchliche Inklusionsrhetorik, die ausgerechnet dort an ihre Grenzen stößt, wo Gläubige an der überlieferten Liturgie und Lehre festhalten möchten?
Hier können Sie den ganzen Kommentar des Bischofs lesen: Marian Eleganti: „Der Vatikan macht eine schlechte Figur“, 30. Oktober 2026.





