Mit dieser Ausgabe geht die redaktionelle Verantwortung für die Una Voce Korrespondenz in neue Hände über. Prof. Dr. Peter Stephan übernimmt die Aufgabe des Chefredakteurs. Zu seinem Stellvertreter und Schriftleiter wurde Dr. Dr. David Berger berufen.
Der Vorstand von Una Voce Deutschland möchte diesen Wechsel zunächst zum Anlass nehmen, Frau Dr. Angela Kirsch für ihre bisherige verantwortungsvolle Tätigkeit für die Una Voce Korrespondenz sehr herzlich zu danken. Die Betreuung einer Zeitschrift, die seit Jahrzehnten der Pflege und Verteidigung der überlieferten römischen Liturgie und der mit ihr verbundenen geistigen, theologischen und kulturellen Welt dient, verlangt neben Sachkenntnis und Urteilsvermögen ein erhebliches Maß an Zeit, Sorgfalt und persönlichem Einsatz. Für all dies gebührt Frau Dr. Kirsch unser aufrichtiger Dank.
Mit Prof. Dr. Peter Stephan und Dr. Dr. David Berger übernehmen zwei Autoren und Wissenschaftler die redaktionelle Verantwortung, die der katholischen Tradition und insbesondere der überlieferten Liturgie seit langem verbunden sind.
Peter Stephan, Kunsthistoriker und Hochschullehrer, hat sich in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten mit christlicher Kunst und Architektur, mit der theologischen Bedeutung des Kirchenraumes sowie mit dem Verhältnis von Liturgie, Kunst und Schönheit beschäftigt. Gerade die Einsicht, dass die Liturgie niemals isoliert betrachtet werden kann, sondern ihren Ausdruck auch in Architektur, Bild, Musik und der gesamten sakralen Kultur findet, soll künftig verstärkt in die Arbeit der Una Voce Korrespondenz einfließen.
David Berger, Philosoph und Theologe, ist durch zahlreiche Publikationen insbesondere zur Philosophie und Theologie des heiligen Thomas von Aquin sowie zu aktuellen Fragen von Kirche und Gesellschaft hervorgetreten. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit verfügt er über langjährige Erfahrung als Publizist und Redakteur, war sieben Jahre Chefredakteur der Zeitschrift „Theologisches“. Als stellvertretender Chefredakteur und Schriftleiter wird er insbesondere die laufende redaktionelle Arbeit der Zeitschrift betreuen.
Der Wechsel in der Redaktion bedeutet keinen Bruch mit dem Auftrag, dem sich die Una Voce Korrespondenz seit ihrer Gründung verpflichtet weiß. Im Gegenteil: Gerade in einer kirchlichen Situation, in der die überlieferte Liturgie erneut unter erheblichen Rechtfertigungsdruck geraten ist, erscheint es notwendig, ihre theologische, geistliche und kulturelle Bedeutung mit wissenschaftlicher Gründlichkeit und publizistischer Klarheit zur Sprache zu bringen.
Unter der neuen Schriftleitung soll die Una Voce Korrespondenz daher wissenschaftlich ernstzunehmend, traditionsverbunden, streitbar und zugleich lesbar sein. Sie soll ein Forum für Autoren bieten, die aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen zur Liturgie und zu den mit ihr verbundenen Fragen beitragen. Neben Liturgiewissenschaft und Kirchenrecht sollen dabei auch Dogmatik, Philosophie, Kirchengeschichte, Kirchenmusik, Kunstgeschichte und die geistliche Erfahrung ihren Platz haben. Ebenso sollen historische Texte und Positionen wiederentdeckt werden, deren Aktualität sich nicht selten gerade angesichts der gegenwärtigen Krise der Kirche neu erweist.
Dass diese Ausgabe einen Beitrag zum 100. Geburtstag von Prof. Dr. Georg May enthält, darf in diesem Zusammenhang durchaus als programmatisch verstanden werden. May hat sich über Jahrzehnte auch in der Una Voce Korrespondenz für die Bewahrung der überlieferten Liturgie eingesetzt. In seiner Person verbinden sich in exemplarischer Weise wissenschaftliche Seriosität, katholische Orthodoxie, kirchenrechtliche Präzision und ein unbeirrbarer Einsatz für die überlieferte Liturgie. Seine Arbeiten zeigen zugleich, dass die Verteidigung der Tradition weder Nostalgie noch bloße Geschmacksfrage ist. Sie verlangt vielmehr die Auseinandersetzung mit den theologischen, rechtlichen und historischen Grundlagen dessen, was die Kirche empfangen hat und weiterzugeben verpflichtet ist.
In diesem Sinne wollen auch die neue Redaktion und der Vorstand von Una Voce Deutschland die kommenden Jahrgänge der Una Voce Korrespondenz gestalten: in Treue zu ihrem bisherigen Auftrag, offen für neue Fragestellungen und Autoren und in der Überzeugung, dass die überlieferte Liturgie nicht lediglich ein kostbares Erbe der Vergangenheit, sondern eine lebendige Quelle für die Zukunft der Kirche sowie für eine „Reform der Reform“ ist.
Der Vorstand von Una Voce Deutschland





